Künstliche Intelligenz (KI)

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Künstliche Intelligenz (KI): Grundlagen, historische Evolution, LLM-Architekturen und die Disruption der Websuche.

Künstliche Intelligenz (KI) – im internationalen Sprachraum als Artificial Intelligence (AI) bezeichnet – definiert ein interdisziplinäres Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Erforschung, Entwicklung und Implementierung von Systemen befasst, die in der Lage sind, komplexe Problemstellungen autonom zu lösen, menschenähnliche kognitive Funktionen zu simulieren, Muster in unstrukturierten Datenmengen zu identifizieren und durch kontinuierliche mathematische Optimierungsprozesse selbstständig zu lernen. Das technologische Spektrum der künstlichen Intelligenz reicht von einfachen, regelbasierten Systemen der sogenannten schwachen KI (Narrow AI) bis hin zu hochkomplexen künstlichen neuronalen Netzwerken, die Deep-Learning-Strukturen nutzen, um menschliche Sprach- und Denkmuster mit unübertroffener Effizienz zu reproduzieren.

Künstliche Intelligenz (KI)

Im Jahr 2026 bildet die künstliche Intelligenz nicht mehr nur ein abstraktes Forschungsfeld, sondern das fundamentale Nervenzentrum der globalen digitalen Infrastruktur. Die fundamentale Transformation betrifft insbesondere die Art und Weise, wie die Menschheit Informationen sucht, verarbeitet und synthetisiert. Durch den Einzug von Systemen wie ChatGPT, Google Gemini und Claude hat sich das Paradigma der Informationsbeschaffung verschoben. An die Stelle statischer Link-Indizes, die rein mechanisch auf eingegebene Zeichenfolgen reagieren, treten dynamische, generative Antwortsysteme. Diese Entwicklung zwingt Unternehmen, Agenturen und Webseitenbetreiber zu einer radikalen Neuausrichtung ihrer digitalen Sichtbarkeitsstrategien, um in den KI-gestützten Ausgabe-Schnittstellen der Zukunft präsent zu bleiben.

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Die historische Evolution der künstlichen Intelligenz

Der Weg zur modernen, generativen künstlichen Intelligenz ist das Produkt einer jahrzehntelangen wissenschaftlichen Entwicklung, die von bahnbrechenden theoretischen Durchbrüchen, aber auch von Phasen stagnation, den sogenannten KI-Wintern, geprägt war.

1. Die Gründungsphase und die Dartmouth-Konferenz (1950–1956)

Die theoretischen Grundlagen der künstlichen Intelligenz wurden maßgeblich durch den britischen Mathematiker Alan Turing gelegt. Im Jahr 1950 formulierte er in seiner wegweisenden Arbeit „Computing Machinery and Intelligence“ die fundamentale Frage, ob Maschinen denken können, und definierte mit dem Turing-Test ein bis heute diskutiertes Kriterium zur Überprüfung von menschenähnlicher Maschinenintelligenz. Der Begriff „Artificial Intelligence“ wurde schließlich im Sommer 1956 durch den Informatiker John McCarthy im Rahmen der legendären Dartmouth-Konferenz geprägt. Forscher wie Marvin Minsky, Allen Newell und Herbert Simon prognostizierten damals euphorisch, dass Maschinen innerhalb einer Generation in der Lage sein würden, jedwede menschliche Intellektualleistung zu replizieren. Diese frühen Systeme basierten primär auf symbolischer KI und formaler Logik.

2. Die KI-Winter und der Übergang zum Machine Learning (1974–1997)

Da die Rechenkapazitäten der damaligen Computerarchitekturen und die verfügbaren Datenmengen nicht ausreichten, um komplexe Alltagsprobleme zu lösen, trat Mitte der 1970er-Jahre der erste KI-Winter ein: Forschungsgelder wurden massiv gekürzt, und die akademische Euphorie wich Ernüchterung. Eine kurze Renaissance der sogenannten Expertensysteme in den 1980er-Jahren endete in einem zweiten KI-Winter. Die fundamentale Trendwende vollzog sich in den 1990er-Jahren durch den Paradigmenwechsel vom regelbasierten Programmieren hin zum maschinellen Lernen (Machine Learning). Anstatt Maschinen starre Wenn-Dann-Regeln vorzugeben, wurden Algorithmen entwickelt, die in der Lage waren, anhand statistischer Wahrscheinlichkeiten eigenständig Gesetzmäßigkeiten in Daten zu erkennen. Ein historischer Meilenstein dieser Epoche war der Sieg des IBM-Schachcomputers Deep Blue über den amtierenden Weltmeister Garri Kasparow im Jahr 1997.

3. Deep Learning, Big Data und die Transformer-Revolution (2012–heute)

Der endgültige Durchbruch zur modernen KI wurde durch das Zusammentreffen von drei Faktoren ermöglicht: der Verfügbarkeit gigantischer Datenmengen durch das weltweite Web (Big Data), der massiven Parallelrechenleistung moderner Grafikkarten (GPUs) und der Verfeinerung künstlicher neuronaler Netzwerke (Deep Learning). Im Jahr 2012 bewies das neuronale Netzwerk AlexNet im Rahmen des ImageNet-Wettbewerbs eine revolutionäre Überlegenheit bei der Bilderkennung. Der technologische Urknall für die heutige generative KI erfolgte schließlich im Jahr 2017 durch die Veröffentlichung des Forschungsberichts „Attention Is All You Need“ durch Google-Wissenschaftler. Die darin vorgestellte Transformer-Architektur, basierend auf dem sogenannten Self-Attention-Mechanismus, erlaubte es Systemen erstmals, den Kontext von Daten und Wörtern simultan und nicht mehr nur sequenziell zu analysieren. Diese Transformer-Struktur bildet das technologische Fundament aller heutigen modernen Sprachmodelle.

Die technologische Basis: Large Language Models (LLMs)

Das Herzstück der aktuellen generativen KI-Systeme sind Large Language Models (LLMs, deutsch: große Sprachmodelle). Aus mathematischer Sicht sind LLMs gigantische statistische Wahrscheinlichkeitsrechner für menschliche Sprache. Sie basieren auf der Prämisse, dass Sprache Mustern folgt, die in mehrdimensionalen Vektorräumen codiert werden können.

Der Prozess der LLM-Erstellung gliedert sich in zwei primäre Phasen: das Vortraining (Pre-training) und die Feinanpassung (Fine-tuning). Während des Vortrainings konsumiert das Modell unvorstellbare Mengen an Textdaten aus dem Internet – darunter Bücher, wissenschaftliche Publikationen, Wikipedia-Einträge und Programmcode. In diesem Prozess lernt das Modell, Verbindungen zwischen Wörtern (Token) zu verstehen. Es berechnet im Grunde kontinuierlich die Wahrscheinlichkeit, welches Wort auf eine gegebene Wortfolge folgen muss. Ein Transformer-Modell versteht Text nicht im menschlichen Sinne, sondern es erkennt mathematische Distanzen und Korrelationen zwischen semantischen Konzepten im Vektorraum.

Da reines Vortraining lediglich dazu führt, dass ein Modell Sätze plausibel fortsetzt, erfolgt im Anschluss die Feinanpassung mittels RLHF (Reinforcement Learning from Human Feedback). Hierbei bewerten menschliche Experten die Ausgaben des Modells, um es auf Hilfsbereitschaft, Korrektheit, ethische Grenzen und logische Kohärenz zu trimmen. Erst durch diesen Prozess wird aus einem statistischen Textvorhersager ein interaktiver KI-Assistent, der komplexe Aufgaben wie Übersetzungen, Programmierungen, Zusammenfassungen und kreatives Schreiben fehlerfrei ausführen kann.

Marktanteile und quantitative Nutzung von KI-Systemen

Die Verteilung der Marktanteile im Bereich der generativen künstlichen Intelligenz offenbart im Jahr 2026 eine intensive Dynamik zwischen etablierten Software-Giganten und spezialisierten KI-Forschungslaboren. Global betrachtet verteidigt OpenAI mit seiner ChatGPT-Infrastruktur die quantitative Marktführerschaft. Weltweit nutzen Schätzungen zufolge über 60 Prozent aller aktiven Anwender von generativen Textsystemen die Plattformen von OpenAI oder darauf basierende API-Schnittstellen.

An zweiter Stelle im globalen Maßstab folgt Google Gemini. Google profitiert von einer unerreichten Hebelwirkung: Durch die tiefe Integration von Gemini in das globale Android-Betriebssystem, die Google Workspace-Anwendungen und die hauseigene Websuche erreicht das System eine Nutzerbasis von über zwei Milliarden Menschen im Rahmen ihrer täglichen digitalen Routinen. Im professionellen Entwickler- und Enterprise-Segment verzeichnet zudem Claude von Anthropic signifikante Marktanteilsgewinne und kontrolliert global etwa 12 bis 15 Prozent des Marktes, getrieben durch seine herausragende Leistung bei komplexen logischen Analysen und langem Kontextverständnis.

In Deutschland zeigt die statistische Verteilung eine ausgeprägte Fokussierung auf Datensicherheit, Datenschutzkonformität und professionelle Anwendungsszenarien. ChatGPT führt den deutschen Markt mit einem Anteil von rund 55 Prozent an. Google Gemini holt jedoch im Desktop- und Business-Bereich stark auf und erreicht in Deutschland Marktanteile von ca. 25 Prozent. Claude von Anthropic hat sich im B2B-Umfeld deutscher Unternehmen als feste Größe etabliert und hält stabil einen Anteil von 10 bis 12 Prozent. Regionale Besonderheiten wie das deutsche KI-Unternehmen DeepL, das im Bereich der maschinellen Übersetzung weltweite Maßstäbe setzt, verdeutlichen, dass der deutsche Markt hochgradig qualitäts- und präzisionsfokussiert agiert. Für Unternehmen im digitalen Marketing bedeutet diese Verteilung eine unmissverständliche strategische Konsequenz: Inhalte dürfen nicht mehr nur für ein einziges System optimiert werden, sondern müssen plattformübergreifend für alle dominierenden LLM-Architekturen maschinenlesbar aufbereitet sein.

Das aktuelle Ökosystem der führenden KI-Systeme

Das heutige KI-Ökosystem wird von vier technologischen Säulen dominiert, die sich in ihrer architektonischen Ausrichtung, ihren spezifischen Stärken und ihren Einsatzszenarien signifikant voneinander unterscheiden.

KI-System Entwickler Technologischer Fokus Primäre Stärke
ChatGPT OpenAI Universeller Chat-Assistent & Multimodale GPT-Architektur Kreativität, Code-Generierung, enorme Plugin-Infrastruktur
Google Gemini Google Nativ multimodales Modell, Ökosystem-Integration Echtzeit-Datenzugriff, Verarbeitung gigantischer Kontextfenster
Claude Anthropic Sicherheitsfokussiertes Sprachmodell (Constitutional AI) Komplexe Logik, nuancierter Schreibstil, akademische Analysen
AI Overviews Google RAG-Sucharchitektur innerhalb der klassischen SERPs Direkte Synthese von Webinformationen mit Quellenzitation

1. ChatGPT (OpenAI)

ChatGPT ist der Pionier der modernen Konsumenten-KI. Seit dem historischen Launch im November 2022 hat OpenAI das System kontinuierlich zu einer nativ multimodalen Plattform ausgebaut. ChatGPT kann Text, Programmiercodes, Bildstrukturen (über DALL-E) und Audiosignale simultan verarbeiten. Die herausragende Stärke von ChatGPT liegt in seiner enormen Flexibilität, der intuitiven Interaktionsfähigkeit und der wegweisenden Performance bei Programmieraufgaben. Über personalisierte Custom GPTs können Unternehmen zudem isolierte Fachanwendungen auf Basis der OpenAI-Schnittstellen realisieren.

2. Google Gemini (Google)

Gemini ist Googles Antwort auf die Disruption des Suchmarktes. Im Gegensatz zu Systemen, die nachträglich für verschiedene Medienformen fit gemacht wurden, wurde Gemini von Grund auf nativ multimodal konzipiert. Das Modell verarbeitet Text, Bilder, Audio, Video und Programmcode fließend parallel. Ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal von Gemini ist sein gigantisches Kontextfenster, das es dem System erlaubt, Millionen von Wörtern oder stundenlanges Videomaterial in einer einzigen Anfrage zu analysieren. Zudem verfügt Gemini über eine lückenlose Live-Anbindung an den Google-Suchindex und die hauseigenen Applikationen.

3. Claude (Anthropic)

Claude, entwickelt von ehemaligen OpenAI-Forschern, positioniert sich als das sicherste und ethisch am präzisesten gesteuerte Sprachmodell am Markt. Anthropic nutzt hierzu ein Verfahren namens Constitutional AI, bei dem das Modell anhand einer vordefinierten „Verfassung“ lernt, schädliche, rassistische oder manipulative Ausgaben autonom zu blockieren. Claude zeichnet sich durch einen außergewöhnlich feinen, literarischen und nuancierten Schreibstil aus. In logischen Tests, mathematischen Analysen und dem Verarbeiten umfangreicher akademischer Dokumente erzielt Claude regelmäßig Bestnoten und gilt als das präferenzierte Werkzeug für komplexe Korporat-Analysen.

4. Google AI Overviews (Die KI-Suche)

Die Google AI Overviews (ehemals SGE) repräsentieren die tiefgreifendste Veränderung der Websuche seit ihrer Erfindung. Hierbei handelt es sich nicht um ein separates Chat-Interface, sondern um eine KI-generierte Antwortbox, die direkt ganz oben auf der klassischen Google-Suchergebnisseite eingebettet wird. Das System nutzt das RAG-Verfahren (Retrieval-Augmented Generation): Bei einer komplexen Suchanfrage durchsucht ein Algorithmus das Web, extrahiert die relevantesten Fakten aus verschiedenen Quellseiten und synthetisiert daraus eine direkte Antwort. Kritisch für das Online-Marketing ist hierbei, dass die Informationsquellen in Form von klickbaren Quellkarten direkt in das Antwortmodul integriert werden.

Generative Engine Optimization (GEO): Die Zukunft der organischen Sichtbarkeit

Der Übergang von klassischen Suchmaschinen zu generativen Antwortmaschinen verändert die Spielregeln der Suchmaschinenoptimierung fundamental. Wer im Jahr 2026 digitale Markenführung betreibt, darf sich nicht mehr ausschließlich auf herkömmliche Keyword-Rankings verlassen. Die neue Disziplin heißt **Generative Engine Optimization (GEO)**.

GEO (Generative Engine Optimization) befasst sich mit der strategischen Optimierung von Inhalten, um von den KI-gestützten Suchsystemen (wie Perplexity, ChatGPT Search und Google AI Overviews) als verlässliche Primärquelle identifiziert, synthetisiert und als klickbare Zitationsquelle ausgegeben zu werden. Während klassisches SEO darauf abzielt, die Spitzenplätze in den „10 blauen Links“ einzunehmen, zielt GEO darauf ab, Teil des Wissensgraphen und des LLM-Kontextfensters zu werden. Wer die tiefgehenden theoretischen Konzepte und operativen Taktiken dieser neuen Ära verstehen und umsetzen möchte, findet im umfassenden Leitfaden zum Thema GEO auf unserer Plattform fundierte Einblicke und konkrete Handlungsempfehlungen.

Die mathematischen Kriterien, nach denen generative Triangulations-Algorithmen Quellen auswählen, unterscheiden sich deutlich von klassischen Rankingfaktoren. Zu den wichtigsten GEO-Hebelstrukturen gehören:

  • Information Gain (Informationsgewinn): Da LLMs bereits das Standardwissen des Internets in ihren Gewichten gespeichert haben, ignorieren sie Webseiten, die lediglich bestehende Informationen umschreiben. Inhalte müssen einzigartige Datenpunkte, eigene Studienergebnisse, echte Expertenmeinungen oder neue Perspektiven bieten, um als zitierfähig eingestuft zu werden.
  • Strukturierte E-E-A-T Signale: KI-Systeme müssen die Validität von Fakten prüfen. Eine lückenlose maschinenlesbare Strukturierung via Schema.org-Markup, eindeutige Autorenhintergründe und das lückenlose Zitieren von verifizierbaren Primärquellen sind Pflicht, um das algorithmische Vertrauen zu gewinnen.
  • Präzise linguistische Strukturierung: Da RAG-Systeme Informationen in Form von Textfragmenten (Chunks) auslesen, müssen Inhalte so formuliert sein, dass sie sich leicht extrahieren lassen. Eine klare Frage-Antwort-Architektur, prägnante Kernsätze und übersichtliche Datentabellen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer KI-Zitation drastisch.

Nutzen und wirtschaftliche Potenziale der künstlichen Intelligenz

Die ökonomischen Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die globale Wertschöpfung sind monumental. KI agiert als universelle Basistechnologie, ähnlich wie die Elektrizität oder das Internet, und treibt die Effizienz in fast allen Wirtschaftszweigen in beispiellose Höhen.

Im unternehmerischen Alltag liegt der primäre Nutzen in der Automatisierung und Optimierung repetitiver, datenintensiver Prozesse. In der Softwareentwicklung beschleunigen KI-Assistenten das Schreiben und Debuggen von Programmcode um bis zu 50 Prozent. Im Kundenservice erlauben hochentwickelte, auf Unternehmensdaten trainierte Chatbots eine fehlerfreie, rund um die Uhr verfügbare Bearbeitung von Kundenanfragen, was menschliche Ressourcen für komplexe Supportfälle freisetzt.

Im Marketing- und Content-Bereich ermöglicht KI eine datenbasierte Hyper-Personalisierung. Kampagnenstrukturen, Werbemittel und Zielgruppen-Ansprachen können in Echtzeit vollautomatisch auf das Verhalten des einzelnen Konsumenten angepasst werden. Zudem revolutioniert die künstliche Intelligenz die medizinische Forschung: Durch Systeme wie AlphaFold, die in der Lage sind, die 3D-Strukturen von Millionen Proteinen in Sekundenschnelle vorherzusagen, verkürzt sich die Entwicklungszeit für lebensrettende Medikamente und Therapien von vielen Jahren auf wenige Monate. Für Unternehmen bedeutet der Einsatz von KI einen direkten Wettbewerbsvorteil durch drastische Kostensenkungen bei gleichzeitiger Steigerung der Innovationsgeschwindigkeit.

Gefahren, Risiken und ethische Herausforderungen der KI

Wo gewaltige technologische Potenziale existieren, bergen die Systeme systemische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Risiken, die eine strikte Regulierung und ethische Reflexion erforderlich machen.

1. Halluzinationen und Desinformation

Da Large Language Models auf statistischen Wahrscheinlichkeiten basieren und keine inhärente Vorstellung von objektiver Wahrheit besitzen, neigen sie zum sogenannten Halluzinieren. Sie generieren mit absoluter sprachlicher Überzeugungskraft Fakten, Zitate, historische Ereignisse oder medizinische Ratschläge, die frei erfunden sind. Im Kontext der Websuche birgt dies das akute Risiko, dass Falschinformationen im großen Stil multipliziert werden. Zudem erlaubt generative KI das Erstellen von täuschend echten Deepfakes (Audio und Video) sowie KI-generierten Textkampagnen zur gezielten politischen Manipulation in sozialen Netzwerken.

2. Urheberrechtliche Grauzonen und Data Scraping

Die Trainingsdaten moderner LLMs basieren auf dem massenhaften Auslesen (Scraping) des weltweiten Internets. Hierbei wurden und werden urheberrechtlich geschützte Werke von Autoren, Fotografen, Programmierern und Verlagen ohne explizites Einverständnis oder finanzielle Kompensation konsumiert. Dies führt zu intensiven globalen Rechtsstreitigkeiten zwischen Rechteinhabern und Tech-Konzernen. Zudem entziehen generative Antwortsysteme wie die Google AI Overviews Webseitenbetreibern wertvollen Traffic, indem sie Fragen direkt auf der Suchseite beantworten (Zero-Click-Searches), während sie gleichzeitig die Daten ebendieser Webseiten als Basis nutzen.

3. Algorithmischer Bias und Diskriminierung

Ein KI-Modell ist immer nur so objektiv wie die Daten, mit denen es trainiert wurde. Da die Trainingsdaten aus dem Internet menschliche Vorurteile, gesellschaftliche Ungleichheiten und rassistische oder sexistische Stereotypen widerspiegeln, lernen die Modelle diese Muster. Ohne aufwendige Filter- und Korrekturprozesse reproduzieren und zementieren KI-Systeme diese Diskriminierungen – beispielsweise bei automatisierten Bewerbungsverfahren oder algorithmischen Kreditprüfungen.

4. Cybersicherheit und autonome Systeme

Die Fähigkeit von KI, fehlerfreien Programmcode zu schreiben, wird zunehmend von Cyberkriminellen missbraucht, um hochentwickelte Schadsoftware (Malware) oder perfekt formulierte, automatisierte Phishing-Kampagnen in industriellem Ausmaß zu generieren. Auf globaler, militärischer Ebene birgt die Entwicklung autonomer Waffensysteme, die ohne menschliche Letztentscheidung über Leben und Tod entscheiden, unübersehbare geopolitische Risiken.

Fazit

Die künstliche Intelligenz hat das Zeitalter der digitalen Disruption endgültig eingeleitet. Mit hochentwickelten Large Language Models wie ChatGPT, Gemini und Claude verlässt die Technologie den Status eines reinen Assistenzwerkzeugs und wird zur primären Schnittstelle des menschlichen Wissensmanagements. Die Transformation der klassischen Suchmaschinenarchitektur hin zu generativen Antwortboxen wie den Google AI Overviews erzwingt eine Evolution des Online-Marketings: Wer morgen noch organische Reichweite erzielen will, muss die Prinzipien der Generative Engine Optimization (GEO) beherrschen. Der nachhaltige Erfolg im KI-Zeitalter basiert auf dem Gleichgewicht, die immensen Effizienzpotenziale der Technologie konsequent zu nutzen, während Risiken rund um Fehlinformationen, Datenschutz und Urheberrecht durch höchste inhaltliche Qualität, technologische Präzision und ethische Verantwortung austariert werden.

Häufig gestellte Fragen zu künstlicher Intelligenz und KI-Suchen (FAQ)

Was unterscheidet eine klassische Suchmaschine von einer generativen KI-Suche?
Eine klassische Suchmaschine gleicht Suchbegriffe mit einem Index ab und gibt eine nach Relevanz sortierte Liste von Hyperlinks aus (die „10 blauen Links“). Der Nutzer muss die Seiten selbstständig besuchen und die Informationen aggregieren. Eine generative KI-Suche hingegen liest die Inhalte der relevantesten Webseiten mittels RAG-Technologie in Echtzeit aus, analysiert die Daten, fasst sie zu einer direkten, flüssig formulierten Textantwort zusammen und bettet die Quellennachweise direkt als klickbare Zitate ein.

Wie funktioniert das Prinzip des Information Gain im Kontext von GEO?
Information Gain (Informationsgewinn) beschreibt eine algorithmische Bewertungsmetrik moderner KI-Systeme. Da Sprachmodelle das Standardwissen des Internets bereits verinnerlicht haben, suchen RAG-Systeme gezielt nach Webseiten, die einer Suchanfrage neue, einzigartige Informationen hinzufügen. Wer bestehende Texte lediglich umschreibt, wird ignoriert. Wer hingegen eigene Datenerhebungen, reale Erfahrungsberichte (Experience) oder exklusive Grafiken bereitstellt, bietet einen hohen Information Gain und wird bevorzugt zitiert.

Warum neigen Large Language Models zum ‚Halluzinieren‘ und wie lässt sich das verhindern?
Halluzinationen entstehen, weil LLMs reine statistische Wahrscheinlichkeitsrechner für Wortfolgen sind. Sie besitzen kein Bewusstsein für Fakten oder Realität, sondern reihen Token so aneinander, wie es sprachlich am plausibelsten wirkt. Verhindern lässt sich dies primär durch die Koppelung des Modells an eine Suchmaschine via Retrieval-Augmented Generation (RAG). Hierbei wird das Modell gezwungen, seine Antworten ausschließlich auf Basis verifizierter Web-Dokumente zu formulieren, die ihm als Kontext bereitgestellt werden.

Können Webseitenbetreiber verhindern, dass KI-Modelle ihre Inhalte für das Training nutzen?
Ja, Webseitenbetreiber können das unautorisierte Auslesen ihrer Daten für das Modelltraining unterbinden. Dies geschieht am effektivsten durch das gezielte Blockieren der spezifischen Webcrawler in der zentralen Steuerungsdatei robots.txt. Indem man beispielsweise Anweisungen wie User-agent: GPTBot Disallow: / oder User-agent: Google-Extended Disallow: / hinterlegt, sperrt man den Zugriff für OpenAI und Google Gemini, um die eigenen urheberrechtlich geschützten Inhalte vor dem Data Scraping zu schützen.

SEO Glossar

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026 um 12:12 Uhr

Jan Siefken – Senior SEO-Manager bei Position One

Über den Autor

Jan Siefken: SEO-Erfahrung aus der Praxis

Ich bin Jan Siefken, Senior SEO-Manager bei Position One. Seit 1998 beschäftige ich mich professionell mit Suchmaschinenoptimierung und unterstütze Unternehmen dabei, Websites und Onlineshops technisch, inhaltlich und strategisch besser für Google aufzustellen. 2003 habe ich mein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing abgeschlossen. Schon damals stand SEO im Mittelpunkt meiner Arbeit: Meine Diplomarbeit beschäftigte sich mit Suchmaschinenoptimierung im Online-Marketing. Heute liegen meine Schwerpunkte in technischer SEO, Content-Optimierung, Shopware SEO und Generative Engine Optimization (GEO).

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